Transparenzschub für Schweiz und UNO

Genf ist am 16.-18. September Schauplatz einer aussergewöhnlichen Begegnung: die Open Knowledge Conference macht die Diplomatenstadt zum Mittelpunkt der weltweiten Open Data Bewegung und zum Treffpunkt für Vertreter der Vereinten Nationen und öffentlicher Verwaltungen mit Technologie-Aktivisten, Startup-Unternehmern, Designern und Datenjournalisten. Programmierer treffen auf Diplomaten, Datenexperten und Hilfswerke lösen vor Ort gemeinsam konkrete Probleme dank endlich frei verfügbarer Daten.

In den vergangenen Jahren haben Regierungen rund um die Welt mit grossem Aufwand Transparenz- Initiativen vorwärts getrieben: vom Weissen Haus bis zur Downing Street, von Brasilien bis Bern. Die Vision heisst offenes Wissen – in Form von Bild und Text, als Daten oder Informationen jeglicher Art –, das frei verwendet, verarbeitet und verteilt werden kann. Egal ob Geodaten oder Gedichte, Gemeindebudgets oder Geburtenraten.

Die Open Data Bewegung hat sich zu einer starken Triebkraft für mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Innovation im öffentlichen Sektor und darüber hinaus entwickelt. Es ist klar, dass “offen” ähnlich wie “grün” zu einem der wichtigsten Kennzeichen für nachhaltige gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wird.

Für die Schweiz bedeutet die Open Knowledge Conference unter dem Patronat von Bundesrat Berset nicht nur Prestige als Gastland, sondern auch konkreten Fortschritt. Hochrangige Vertreter der Bundesverwaltung kommen in Genf zusammen, um Open Data auch in der Schweiz einen entscheidenden Schritt vorwärts zu bringen: Das Bundesarchiv lanciert an der Konferenz zusammen mit dem Bundesamt für Landestopographie swisstopo, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, dem Bundesamt für Statistik, der Nationalbibliothek und weiteren Partnern das öffentliche Datenportal der Bundesverwaltung, die Pilotplattform opendata.admin.ch.

Gleichzeitig öffnet Genf als erste Schweizer Stadt eine Echtzeit-Schnittstelle für Tram und Bus, die den Weg weisen soll zu neuen “ÖV 2.0” Apps, zur flexibleren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel dank genauer, aktueller Daten für alle.

Für die internationale Gemeinschaft stellt der Anlass mit über 600 Entscheidungsträgern, Entwicklern und Experten aus aller Welt einen wichtigen Meilenstein dar: in Genf wird der Open Data Gedanke definitiv global und entwickelt sich zum tragenden Gedanken internationaler Initiativen. Teilnehmer von UNICEF, UNESCO oder UNITAR, vom CERN etwa oder von der Weltbank diskutieren Wege und Ziele ihrer umfangreichen Open Data Aktivitäten. Kommentare von Alain Berset, Hannes Gassert und Rufus Pollock Bundesrat Alain Berset heisst die Open Knowledge Bewegung in der Schweiz willkommen: “Die Entwicklung hin zu einer Informationsgesellschaft bedeutet für die Bürgerinnen und Bürger ungeahnte Möglichkeiten. Gleichzeitig bedeutet sie auch eine grössere Verantwortung: Der Open Government Data Ansatz kombiniert auf fruchtbare Weise die aufklärerische Forderung nach intellektueller Mündigkeit mit der traditionellen Aufgabe des Staates, Infrastrukturen zum Vorteile aller Bürgerinnen und Bürger zu betreiben – für die Informationsgesellschaft bedeutet das eine wissensbasierte Infrastruktur. Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung, deren Bedeutung für unsere Gesellschaft sich kaum überschätzen lässt. Nutzen wir die Chancen der Zusammenarbeit, wie sie sich zum Beispiel beim Pilotprojekt OGD@Bund ergeben, das an dieser Konferenz lanciert wird.” Volltext auf admin.ch.

Hannes Gassert, Mitbegründer von Opendata.ch, fügt an: “Keine zwei Jahre nach dem Beginn unserer Bewegung fasst die Open Data Idee mit diesem Anlass unwiderruflich Fuss in der Schweiz: nicht nur ist unser Land Gastgeber des weltweit wichtigsten Anlasses auf dem Gebiet, wir feiern auch den Start des viel versprechenden nationalen Datenportals. Das Thema etabliert sich damit auf der politischen Agenda und wird uns weiter stark beschäftigen: wir sind überzeugt, dass offene Daten mehr Transparenz sowie intensivierte öffentliche Analysen, Debatten und Visualisierungen ermöglichen und uns als Gesellschaft dadurch weiterbringen. Open Data wird unser Bild vom Staat verändern, Offenheit und Innovation im öffentlichen Sektor fördern und unserer direkten Demokratie neue Impulse geben.”

Rufus Pollock, Gründer der Open Knowledge Foundation, fügt an: “Wir nehmen mit Freude zur Kenntnis, wie viele Länder ihre Unterstützung für Open Data verkündet haben, sei es im Rahmen der G8 , der Open Government Partnership oder im Rahmen nationaler und lokaler Initiativen. Dass nun in Genf Entscheidungsträger aus aller Welt zusammenkommen, ist ein wichtiger Schritt hin zu einem Konsens für freien Wissenszugang, der nun tiefer und breiter werden muss. Die Open Knowledge Conference 2013 ist eine Art ‘United Nations of Open’, und wir werden uns dafür einsetzen, dass die Vereinten Nationen eine führende Rolle für offene Daten und echte Transparenz weltweit übernehmen.”

Kontakt

Für weitere Auskünfte und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an press@okcon.org. Für Ihre Akkreditierung siehe http://okcon.org/press. Für weitere Kommentare steht Hannes Gassert (Vorstandsmitglied des Veranstalters Opendata.ch, siehe Zitat oben) gerne zur Verfügung: +41 78 663 11 09 oder hannes.gassert@opendata.ch.

Hintergrund

OKCon 2013, findet vom 16.-18. September 2013 in Genf im internationalen Konferenzzentrum CICG statt. Der Verein Opendata.ch und die internationale Open Knowledge Foundation organisieren den Anlass in Zusammenarbeit mit der Bundesverwaltung und der Innovationskonferenz Lift.

Unter http://okcon.org/schedule/ findet sich das vollständige Programm des Anlasses. Neben den Plenarveranstaltungen und einer grossen Zahl von Workshops treffen sich unter dem Label make.opendata.ch Entwickler, Designer und Juristen zum ersten Schweizer Law Mining Hackathon.

Der Verein Opendata.ch, ist Gastgeber der Open Knowledge Conference 2013 und repräsentiert die weltweite Open Knowledge Foundation in der Schweiz. Seit 2011 setzt sich die Organisation mit massivem ehrenamtlichem Einsatz für Open Data in der Schweiz ein, nimmt politischen Einfluss und baut mit grossem Aufwand eine landesweite Community auf. Die bekannte wie erfolgreiche Eventserie der make.opendata.ch Hackdays beispielsweise sind bis über die Landesgrenzen hinaus für produktive Zusammenarbeit zwischen Gestaltern, Entwicklern und Entscheidern bekannt.